Berlin, 31.07.2021

in den letzten Wochen mussten wir uns als Senioren-Union zwangsläufig mehrfach mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die ältere Generation befassen: Da kündigen Banken und Sparkassen erneut Schließungen von Filialen an und verweisen auf das online-Banking, die Europäische Union plant weitere Schritte, den Bargeldverkehr u.a. zugunsten von Kartenzahlungen einzuschränken und schließlich soll ein digitales Zertifikat europaweit als Nachweis der abgeschlossenen Corona-Schutzimpfung dienen.

Gewiss, wir haben uns schon an viele Möglichkeiten und Erleichterungen gewöhnt, die digitale Lösungen mit sich bringen, aber dennoch müssen wir dafür sorgen, dass wir Älteren nicht übergangen oder gar abgehängt werden.
Nicht jeder unserer Altersgruppe verfügt über die technische Ausstattung, um Bankgeschäfte am PC, am Laptop oder Tablet abzuwickeln. Viele möchten den Überblick über ihre Finanzen direkt in der Geldbörse behalten und verzichten bewusst auf die Verwendung von Bank- und Kreditkarten. Es darf auch nicht sein, dass eine erfolgreiche Impfung nur über eine App mit einem Smartphone nachgewiesen werden kann. Hier muss es zusätzliche, allgemein praktikable Lösungen geben. Vorbildliche Beispiele zeigen gangbare Wege.
Im Übrigen beobachten wir mit Freude und Zuversicht, dass die Corona-Infizierungen Tag für Tag mehr und mehr zurückgehen. Das bestärkt uns in der Hoffnung, dass es alsbald zu weiteren Lockerungen kommen kann, die uns als Älteren, aber auch der Jugend, das Leben erleichtern werden.
 
In diesem Sinn grüßt Sie


Prof. Dr. Otto Wulff
Bundesvorsitzender Senioren-Union der CDU Deutschlands
 

Er will noch einmal ran: Otto Wulff kandidiert erneut für das Amt des Bundesvorsitzenden der Senioren-Union der CDU.

Wulff ist 88 Jahre alt und führt die rund 50.000 Mitglieder zählende christdemokratische Parteigliederung bereits seit 2002. Die Senioren-Union wählt den neuen Bundesvorstand auf einer Bundesdelegiertenkonferenz Ende August in Magdeburg. Seine Amtszeit: zwei Jahre. Wulff ist auch Mitglied im Bundesvorstand der CDU. Wir haben mit ihm gesprochen.

Wird es nicht langsam Zeit, einen Jüngeren oder eine Jüngere ranzulassen?

Otto Wulff: Ehrlich gesagt: Ich wundere mich über diese Frage. Wenn sich jemand für ein Amt bewirbt, dann kommt es darauf an, ob er es kann und ob er es sich zutraut. Das Alter an sich ist dafür kein Maßstab. Ich fühle mich nach wie vor fit für diese Aufgabe. Hier geht es doch nicht um einen Kampf zwischen Alt und Jung, sondern um einen fairen Wettbewerb. Die entscheidende Frage muss immer lauten: Wer kann es besser? Und darüber entscheidet am Ende immer noch eine Wahl.

Wenn wir also schreiben: „Otto Wulff (88)“, dann finden Sie das nicht in Ordnung?

Was soll die Altersangabe? Ich finde sie diskriminierend, weil sie zwischen den Zeilen impliziert, dass ältere Menschen bestimmte Dinge nicht mehr schaffen oder schaffen können. Große Teile der Gesellschaft denken leider so. Doch das ist ein nicht gerechtfertigtes Vorurteil. Auch in diesem Punkt hat sich die Welt geändert, nicht nur, weil für einen 20-Jährigen bereits die 40-Jährigen zur alten Garde gehören.

Wie meinen Sie das?

Die Zahl der Älteren nimmt zu, und wir müssen schon deshalb eine größere Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen, weil wir gebraucht werden. Alle werden wegen des demografischen Wandels länger arbeiten müssen, auch um das Niveau unseres Sozialsystems zu halten. Wir sollten uns im Alter bewusst mehr als Aktive und weniger als Betreute betrachten. Denn wir sind ein positiv und notwendig agierender Teil der Gemeinschaft, übernehmen in Zukunft also auch mehr Aufgaben. Joe Biden ist 78 und macht als US-Präsident einen sehr guten Job und gleichzeitig einen der härtesten und verantwortungsvollsten der Welt. Warum auch nicht? Die Älteren sind heute als ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft zur Mitwirkung aufgerufen. Das müssen wir selbstbewusster herausstellen. In diesem Punkt sehe ich mich auch als Bundesvorsitzender der Senioren-Union besonders in der Pflicht. Ich möchte gern mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass die großen Leistungen der Älteren für die Gesellschaft und den Zusammenhalt der Generationen anerkannt und als unverzichtbar gewürdigt werden.

Sie sind das älteste Mitglied im CDU-Bundesvorstand. Dort sitzen auch Politiker, die noch nicht einmal halb so alt sind wie Sie. Fühlen Sie sich immer ernstgenommen?

Aber ja, sonst würde ich dort als ein vom Bundesparteitag der CDU frei gewähltes Mitglied nicht mehr sitzen. Konrad Adenauer – wir haben am gleichen Tag Geburtstag – war in meinem Alter übrigens noch Bundeskanzler. Ich habe keinen Grund, mich zu verstecken.

(Das Interview von Martin Korte mit Prof. Wulff erschien in der Westfalenpost, Westfälische Rundschau, Iserlohner Kreisanzeiger)


 


 
Gemeinsam gegen Antisemitismus

Antisemitismus ist abscheulich – und leider augenblicklich auch wieder allgegenwärtig. Viele Deutsche jüdischen Glaubens und viele bei uns lebende Bürgerinnen und Bürger erleben auf der Straße und im Netz Hass und Hetze. Das ist schmerzhaft und unerträglich.
 
Es muss klar sein: Wer Jüdinnen und Juden in Deutschland angreift, der greift unsere gesamte Gesellschaft an.
 
Steh auf und sei laut! Wenn Hass und Hetze gegen Jüdinnen und Juden verbreitet werden, dann ist Schweigen keine Option.
 
Als CDU ist klar für uns: Antisemitischer Hass ist keine Meinung, sondern eine Straftat. Und Straftäter bekommen die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren.
 
Wir sind dankbar für die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland. Angesichts der Vergangenheit unseres Landes empfinden wir das als wertvolles Geschenk. Jüdisches Leben ist Teil unseres Landes. Es ist vielfältig, es ist lebendig, es ist ein Gewinn für unser Land. Ohne jüdisches Leben wäre unser Land ärmer.
 
Deshalb ist uns wichtig: Jüdisches Leben muss sichtbar sein in unserem Land. Es muss selbstverständlicher Teil unseres Alltags sein.




 
Impfnachweise praktikabel machen

Die Senioren-Union der CDU dringt auf die schnelle Einführung eines europaweit geltenden Impfnachweises. Die Bemühungen in Brüssel um ein fälschungssicheres digitales Zertifikat sind zu begrüßen, allerdings darf es dabei nicht allein um ein Format gehen, das u.a. die Reisefreiheit sichert. Zeitnah und vorbildlich handeln verschiedene Kommunen wie beispielsweise der Zollernalbkreis in Baden-Württemberg und der bayrische Landkreis Altötting, die unmittelbar nach der vollständigen Impfung eine Bescheinigung in Scheckkartenformat aushändigen, damit auch Ältere ohne Smartphone und App nachweisen können, dass sie ggf. gegen Corona geimpft sind.
Zudem sollten wir nicht erst auf eine europaweite Regelung warten, sondern vor Ort unbürokratisch die praktikablen und technisch einfachen, zudem kostengünstigen Lösungen anwenden.


 


 
 


 

++ Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ der Bundesregierung ++
++ Zwei Milliarden Euro und vier starke Säulen ++

Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche nach der Corona-Pandemie nicht den Anschluss verlieren. Sie verdienen bestmögliche Chancen auf gute Bildung und persönliche Entwicklung. Deshalb gilt es, Lernrückstände abzubauen, mit Ferienfreizeiten soziale Kompetenzen zu stärken und Kinder gerade aus bedürftigen Familien zu unterstützen. Das Aufholpaket besteht aus vier starken Säulen.

I. Kein Kind bleibt zurück: Verpassten Schulstoff aufholen
  • Mit rund 1 Milliarde Euro unterstützen wir zusätzliche Förderangebote zum Abbau pandemiebedingter Lernrückstände in den Bundesländern.
  • Mehr Mittel gibt’s zudem für Sommercamps und Lernwerkstätten. Und nach den Ferien mehr Geld für Fördermaßnahmen in den Kernfächern wie etwa Deutsch, Mathe und Fremdsprachen.
II. Je früher, desto besser: Frühkindliche Bildung fördern
  • Weitere 100 Millionen Euro fließen in die frühkindliche Bildung. Bundesweit werden davon unter anderem 1.000 zusätzliche Sprach-Kitas profitieren.
  • Um mehr junge Familien zu erreichen, bauen wir mit 50 Millionen Euro Angebote wie Elternkurse zur Sprach- oder Ernährungsbildung für belastete Familien mit Kindern unter drei Jahren aus.
III. Sport, Spaß, soziale Kontakte: Ferienfreizeit und außerschulische Angebote
  • 530 Millionen Euro fließen in die Jugendarbeit im Sport, in Ausflüge, Ferienfreizeiten, außerschulische Angebote und Mehrgenerationenhäuser.
  • Wir sorgen dafür, dass Vereine vor Ort mehr Geld bekommen. Das Engagement in Vereinen, Initiativen und anderen ehrenamtlichen Strukturen ist jetzt besonders wichtig.
  • Kindern aus bedürftigen Familien greifen wir gezielt mit einem Kinderfreizeitbonus von je 100 Euro unter die Arme.
IV. Sicher durch die Krise: Kinder und Jugendliche begleiten und unterstützen
  • 320 Millionen Euro fließen für zusätzliche Mentoren bei der Lernförderung, Sozialarbeit- und Freiwilligendienstleistende in Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Mit dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ ist der Startschuss für die Aufholjagd bei pandemiebedingten Lernrückständen gegeben. Insgesamt greift die Bundesregierung den Bundesländern dabei mit rund zwei Milliarden Euro in den Jahren 2021 und 2022 unter die Arme.

Ein Beitrag aus dem Konrad-Adenauer-Haus, Bereich Kampagne und Marketing
P.S. Alle Infos zum Aufholpaket gibt es auch zum Download bei CDUPlus.



Foto CDU/Christiane LangFoto: CDU/Christiane Lang
„Keine Abschaffung durch die Hintertür“ - Senioren wollen Bargeld behalten

Die Senioren-Union der CDU lehnt Pläne der EU-Kommission entschieden ab, Bargeldzahlungen ab bestimmten Höhen gesetzlich zu verbieten. „Das wäre ein weiterer Schritt hin zur völligen Abschaffung des Bargeldes“, warnte der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Prof. Dr. Otto Wulff. „Schweden zeigt, wo es hingeht: Dort können Geschäftsleute schon heute die Annahme von Bargeld in Handel und Gastronomie verweigern.“
Wulff forderte, dass die Bürger die Wahl haben müssten, ob sie bar oder mit Karte bezahlen. Obwohl bargeldloses Einkaufen in Deutschland seit längerer Zeit möglich ist, nutzen nur 35 Prozent der über 60-Jährigen die Karte zum Bezahlen. Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbandes der deutschen Banken lehnen 86 Prozent der Generation 60plus die totale Abschaffung des Bargeldes ab. „Senioren fühlen sich sicherer mit Bargeld, auch weil sie ihre Finanzen so besser im Griff behalten“, sagte Wulff.
Die Senioren-Union der CDU vertritt diese Haltung gemeinsam mit der Europäischen Senioren Union (ESU), dem Zusammenschluss von Seniorenvereinigungen der Europäischen Volkspartei (EVP).



Bild: CDU/Christiane Lang
Virtueller Arztbesuch soll für Krankschreibung ausreichen

Digitale Lösungen im Gesundheitsbereich sollen die Versorgung der Bürger in Deutschland deutlich verbessern: Künftig soll für Krankschreibungen ein virtueller Arztbesuch im Internet ausreichen. Daneben wird das elektronische Rezept lange Wege vom Wohnort zur Praxis vor allem im ländlichen Raum häufiger überflüssig machen. Und durch den Ausbau der Telemedizin sollen Hebammen, Therapeuten und kassenärztliche Bereitschaftsdienste bald auch mittels Internet tätig sein dürfen. Geht es nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung, sollen die Neuerungen noch bis zum Sommer in Kraft treten.

Ein Ziel der „Revolution“ im Gesundheitswesen ist mehr Flexibilität und Zeitersparnis der Bürger. Auch die Pflege soll digitaler werden. So sollen als zusätzliches Angebot durch „Pflege-Apps“ über das Handy unter anderem Tipps zum Gedächtnistraining oder zur Vermeidung von Stürzen gegeben werden. Neu: Diese Hinweise über Mobiltelefone sollen erstattungsfähig werden - zahlen müssten dafür die Pflegekassen.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens kann nach einer Studie des Forschungsinstituts PWC dazu beitragen, den bis zum Jahr 2030 prognostizierten Fachkräftemangel von 400 000 Vollzeitstellen im deutschen Gesundheitswesen abzufedern. Durch den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) können Krankheiten schneller erkannt und besser überwacht werden. Vor allem der ländliche Raum würde so einen leichteren Zugang zu medizinischer Expertise erhalten. In anderen Ländern gehören Video-Sprechstunden und Telemonitoring längst zum medizinischen Alltag.

Deutschland hat Nachholbedarf: Das Beratungs-Institut McKinsey hat in einer Studie ermittelt, dass heute noch 93 Prozent der niedergelassenen Ärzte beim Austausch von Daten mit anderen Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern auf Papier setzen.

Wilfried Goebels




Kurzanalyse des Wahlprogramms Bündnis 90/Die Grünen

Das moderate Auftreten von Frau Baerbock und den Grünen darf den Blick auf die Sache nicht verstellen: Ihr Wahlprogramm wäre kostenintensiv, lässt wichtige Fragen offen und hätte fatale Folgen für Deutschland. Im Folgenden finden sich einige Beispiele für die weitere politische Auseinandersetzung.

1. Das Fliegenpilz-Phänomen
Die Grünen reden viel über Zukunft, aber sobald es in ihrem Programmentwurf konkret wird, bieten sie nur linke, kostenintensive Rezepte an. Das erinnert an einen Fliegenpilz: Sieht schön aus, ist aber ungenießbar.
  • Steuerhöhungen: Die Grünen fordern höhere Spitzensteuersätze, die Abschaffung der Abgeltung von Kapitalerträgen sowie die Einführung einer Vermögensteuer. Damit gefährden sie den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Krise.

  • Schuldenbremse schleifen für ein 500 Mrd. teures Investitionsprogramm: Die Pläne der Grünen gehen auf Kosten der nächsten Generationen. Solides Haushalten hat uns erst die Spielräume ermöglicht, um in der Krise stark zu agieren.

  • Hartz-4-Sanktionen abschaffen, Regelsätze anheben: Damit kündigen die Grünen das Modell des „Förderns und Forderns“ auf, Arbeit wird abgewertet und die Vermittlung in Arbeit unattraktiver.

  • Mietobergrenzen per Bundesgesetz: Ein bundesweiter Mietendeckel hätte fatale Folgen. In Berlin wurde der Mietendeckel vom Verfassungsgericht kassiert und das Angebot an Wohnraum hat sich dort seither halbiert.

  • Mehr Bürokratie: Die Pläne zur Verstaatlichung des Schienenverkehrs und der Stromnetzbetreiber sind nur zwei Beispiele, die für mehr Bürokratie sorgen werden. Ähnlich sähe es mit einer Klimaverträglichkeitsprüfung für sämtliche Genehmigungsprozesse aus.

  • Gängelung der Autofahrer: Die Grünen wollen Parkraum verkleinern und damit Autos aus den Innenstädten verdrängen. Damit spielen die Grünen Autofahrer gegen andere Verkehrsteilnehmer aus.

  • Generelles Tempo 130 km/h auf allen Autobahnen.

  • ÖPNV-Zwangsabgabe: Die Grünen wollen Kommunen unterstützen, auf einen umlagefinanzierten ÖPNV umzusteigen. Das würde quasi eine Zwangsabgabe für die Bürger bedeuten, unabhängig davon, ob sie den ÖPNV nutzen.

  • Bagatelldelikte entkriminalisieren: Im Klartext heißt das: Schwarzfahren soll straffrei werden.

  • EU zur Föderalen Republik entwickeln: Dazu wollen die Grünen u.a. die Bankenunion vollenden, den EU-Wiederaufbaufonds verstetigen, die EU-Grundrechtecharta einklagbar machen und der EU eigene Einnahmen ermöglichen.

  • „Starke Leitplanken“: Das Wahlprogramm der Grünen strotzt vor Gesetzen, Regulierungen und Quoten. Was die Grünen auch in ihrem Grundsatzprogramm gerne „starke Leitplanken“ nennen, sind in Wahrheit oft Bremsklötze und Straßensperren für die Menschen und das Land.

2. Entscheidend ist, was NICHT drin ist
Die schönen Worte können die Unklarheiten und Leerstellen nicht überdecken. Mangelnde Festlegungen, ausweichende Formulierungen und bewusste Auslassungen durchziehen das Programm der Grünen.
  • Die Grünen selbst veranschlagen für ihre Umverteilungspläne schon rund 40 Mrd. Es ist zweifelhaft, ob sich das allein durch ihre Vorschläge zum Subventionsabbau und des Anti- Steuerdumpings gegenfinanzieren lässt.

  • Ziele, das Rentenniveau auf 48% zu verankern oder die allgemeine Bürgerversicherung einzuführen, werden nicht im Detail vorgestellt. Demografisch bedingte Mehrausgaben lassen sich laut Experten nur durch höhere Beitragslasten und Steuerzuschüsse finanzieren.

  • Mindestlohn auf 12 Euro anheben: Das wird besonders für KMUs teuer, die stark von der Krise getroffen wurden.

  • Keine Aussagen zu bewaffneten Drohnen zum Schutz unserer Soldaten.

  • Kein Wort zum Verbot von Einfamilienhäusern, das die Grünen im Hamburger Norden bereits verhängt haben und das Anton Hofreiter begrüßt hat.

  • Kein Wort zu den von den Berliner Grünen jüngst erst unterstützten Enteignungsplänen für Wohnungsbaugesellschaften.

3. Gesagt, aber nicht getan
Die Grünen benennen in ihrem Programm eherne Ziele. Die Lösungen hätten sie in 11 Bundesländern längst anpacken können, in denen sie mitregieren. Einige Beispiele, wo grüner Anspruch und grüne Realität auseinanderklaffen:
  • Ausbau der Erneuerbaren Energien: In Baden-Württemberg, wo die Grünen regieren, sind sie nur Mittelmaß, mit einem Anteil von nur 31 % an Erneuerbaren im Jahr 2019 (Bund: 50 %). Unions-geführte Länder wie Bayern (51,2%) und Hessen (51%) kamen deutlich besser voran.

  • Ausbau Windkraft: In Baden-Württemberg setzten sich die Grünen das Ziel von mindestens 10 % Windkraftanteil bis 2020. Erreicht hat das Bundesland 2019 gerade mal 4,4 %.

  • Mobilitätswende: In Berlin verfehlen die Grünen die eigenen Ziele: Von 2018 bis Mai 2020 wurden nur knapp 29 km (von 1120 km) Radwege grün eingefärbt. Aktuell liegt die Zahl der neu gebauten, sanierten, oder als Pop-up-Radstreifen eingerichteten Radwege bei gerade einmal 130 km. Der eigene Koalitionspartner SPD kritisierte: „Im Rahmen der Verkehrswende hat sich aus Sicht der Radfahrer nicht viel verändert“.

  • Umgang mit Islamistischen Gefährdern: Außer einiger schwammigen Forderungen nach besserer Überwachung und Vernetzung bieten die Grünen hier nicht viel an. In den Ländern und im Bundesrat handeln sie zudem seit Jahren anders. Die Ausweitung der sicheren Herkunftsländer, um auch Gefährder verstärkt abschieben zu können, lehnen sie ab.

  • Bundeswehr „personell und materiell sicher ausstatten“ heißt es im Programm, mehr sicherheitspolitische Verantwortung für die EU-Länder: Das NATO-2%-Ziel lehnen die Grünen ab. Es ist aber nötig, um die Bundeswehr besser auszustatten und mehr Verantwortung für unsere Sicherheit zu übernehmen.

  • „Hasskriminalität im Netz bekämpfen“ bleibt nur eine Überschrift im Programm-Entwurf. Das von der Bundesregierung eingebrachte Gesetzespaket gegen Hasskriminalität im Netz („Anti-Hass-Gesetz“) wurde von den Grünen im Bundesrat lange blockiert, bevor es im April endlich in Kraft treten konnte.

 

 
 


Das Heft 2/2021 unseres Mitgliedermagazins „alt&jung“ ist online unter https://w w w. senioren-union. de/mitgliedermagazin und in den nächsten Tagen bei unseren Mitgliedern im Postkasten

 


 
Für Sie gelesen

Mit der sich in raschem Tempo verändernden Welt kann der Staat offenbar nicht mithalten und stößt an Grenzen. Projekte dauern zu lange oder scheitern ganz. Gründe? Zu hierarchisch, zu bürokratisch und zu langsam. Mehr digitale Lösungen, mehr soziale Sicherheit, mehr Künstliche Intelligenz, mehr und bessere Bildung, mehr Klimaschutz, mehr Fortschritt etc.
Im Buch NEUSTAAT machen Nadine Schön und Thomas Heilmann mit weiteren 63 Unionsabgeordneten und zahlreichen Experten Vorschläge zur Reformierung von Staat und Politik. Es brauche eine Radikalkur, nicht nur eine „homöopathische Behandlung“, heißt es. Die Vorschläge erfassen alle staatlichen Handlungsfelder unter einer neuen Strategie: dem Lernenden Staat. Dieser soll auf evidenzbasierter Politik beruhen, d.h. Entscheidungen werden auf der Grundlage von Daten getroffen, Ziele werden durch transparente Kontrollmechanismen überprüft.
Die Autoren beschreiben neue Gesetzgebungsprozesse, neues Dienstrecht, neue Methoden der Zusammenarbeit und neue, transparentere Planungsprozesse als grundlegende Reformen staatlicher Verwaltung. Viele der ehrgeizigen Vorschläge und die zahlreichen Grafiken sind gute Quellen, um viele Dinge besser zu machen.


Claus Bernhold
 
Thomas Heilmann, Nadine Schön: NEUSTAAT Politik und Staat müssen sich ändern. FinanzBuch Verlag, Hardcover, 320 Seiten, 24,99 Euro, ISBN-13: 978-3959723763.
 


 
Foto CDU/Tobias KochFoto: CDU/Tobias Koch
Kommentar - Lizenz zum Gelddrucken?

Mit deutlicher Kritik hält der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, nicht hinter dem Berg, wenn er auf die aktuellen Meldungen über möglicherweise unkorrekte Abrechnungen von sog. Bürgertests zu sprechen kommt.
Nachdem seit Anfang März Testzentren überall wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, stellte sich vermehrt die Frage, wer eigentlich diese Einrichtungen betreibt und ob alles mit rechten Dingen zugeht. Immerhin zahlt der Bund für einen Schnelltest pro Bürger und Woche 18 Euro. Da könnten schon manche Begehrlichkeiten geweckt werden.

Nicht nur der Bundesgesundheitsminister geht davon aus, dass „die allermeisten Anbieter von Teststellen das mit großem Engagement, sehr professionell und auch sehr ordentlich machen“. Gleichwohl kündigte der Minister an, den geäußerten Verdachtsfällen nachzugehen und mehr Kontrollen – auch der Abrechnungen – durchzuführen.
„Egal ob bei Masken oder beim Testen, jeder, der die Pandemie nutzt, um sich kriminell zu bereichern, sollte sich schämen“, sagt Spahn.
Dem kann man nur zustimmen.

Claus Bernhold