Berlin, 24.06.2021

Endlich! - möchte man sagen, endlich geht es los mit dem aktiven Bekämpfen der Pandemie. Dennoch Fragen über Fragen: Wer?, Wann?, Wie? und Wo? wird geimpft - über Antworten zu diesen Fragen werden nicht nur die aktuell Betroffenen, sondern auch betreuende Angehörige weitgehend im Unklaren gelassen.
 
Mit einem formalen Schreiben (und das nicht einmal in allen Bundesländern) gibt es inzwischen Aufklärung über die Anmeldemodalitäten und Hinweise auf die 116117 und entsprechende Internetadressen. Das aber kann nicht reichen!

Wir dürfen unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger mit den Schwierigkeiten beim Anmelden eines Impftermins nicht allein lassen. Viele dieser Menschen können sich nicht selbst im Internet um einen Termin kümmern oder scheitern in telefonischen Warteschleifen und an technischen Problemen. Viele von diesen so Alleingelassenen werden sich nicht von sich aus melden. Die Dunkelziffer derjenigen, die deswegen nicht geimpft werden, ist wahrscheinlich größer als angenommen. Was vor Ort in den Gemeinden, Städten und Landkreisen gebraucht wird, sind unmittelbare und praktikable Hilfestellungen, die leider nicht in allen Fällen durch Angehörige oder Nachbarn geleistet werden können.
Es gibt in vielen Kreisverbänden der Senioren-Union erfreuliche Initiativen, in denen Mitglieder unserer Vereinigung in Selbsthilfe dazu beitragen, den geschilderten Missständen abzuhelfen und mit eigenen Kräften selbst Hilfsangebote ins Werk zu setzen. Dafür sage ich herzlichen Dank und ermuntere Sie, liebe Leserinnen und Leser, wo immer möglich mitzuhelfen.


Prof. Dr. Otto Wulff
Bundesvorsitzender Senioren-Union der CDU Deutschlands
 

Ein Modernisierungsjahrzehnt für Deutschland

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat die Arbeit aufgenommen. Im wörtlichen Sinn, denn schon in seiner ersten Vorstandssitzung wurden die Weichen in Richtung Zukunft gestellt: Laschet beschrieb in Grundzügen seine Pläne für ein „Modernisierungsjahrzehnt für Deutschland“ und beauftragte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, gemeinsam mit der CSU das Regierungsprogramm für die Bundestagswahl im September zu erarbeiten. Ebenso wichtig: Der Bundesvorstand gab ein deutliches Bekenntnis zur engen Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten und verabschiedete hierzu einen Beschluss.

Kurzer Rückblick auf den Parteitag – dann Blick nach vorn

Laschet blickte zu Beginn noch einmal kurz auf den Parteitag zurück. Der neue Parteivorsitzende lobte ausdrücklich den Ablauf des ersten vollständig digitalen Parteitags und die Mitarbeit aller Delegierten. Das Ergebnis der anschließenden schriftlichen Schlussabstimmung „war eine wichtige Rückendeckung” – gerade auch für den neuen Vorstand. Dann richtete Armin Laschet den Blick direkt nach vorn: „Wir beginnen als #teamCDU sofort mit der Arbeit”, denn schon im März stehen die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an. „Wir tun alles, dass die CDU prägende Partei in den beiden Ländern wird.” Ziel ist eine Regierungsbeteiligung. Und natürlich geht der Blick auch bereits Richtung Herbst: Die Vorbereitung der Bundestagswahl am 26. September nimmt jetzt im Konrad-Adenauer-Haus richtig Fahrt auf.



500 Millionen Euro für Lehrer-Laptops
Lehrer Laptop

Corona hat uns allen vor Augen geführt: In Sachen Digitalisierung unserer Schulen ist längst nicht alles gut. Das betrifft auch die Ausstattung von Lehrerinnen und Lehrern mit Laptops. Genau hier ist es schnelle Besserung in Sicht: Ab 28. Januar 2021 fließen 500 Millionen Euro für Dienstlaptops für Lehrerinnen und Lehrer.

Alle Bundesländer und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek haben die Verwaltungsvereinbarung „Leihgeräte für Lehrkräfte“ unterschrieben. „Der Bund unterstützt die Länder in außergewöhnlichem Maße dabei, das Distanzlernen zu ermöglichen“, betonte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auf einer Pressekonferenz.

5,5 Milliarden Euro Investitionen durch Digitalpakt Schule

Viele Lehrerinnen und Lehrer sind sogar bereits neu ausgestattet worden, denn schon seit Juni 2020 konnten die Länder im Rahmen eines „vorzeitigen Maßnahmenbeginns“ Dienstlaptops finanzieren. Welche Geräte zur Verfügung gestellt werden, können die Schulen selbst entscheiden – auch das ist wichtig für eine schnelle und passgenaue Verbesserung der Ausstattung.
 
Das Programm reiht sich in die zusätzlichen Hilfen des Bundes in Sachen digitales Lernen ein. Im vergangenen Jahr sind bereits zwei weitere Zusatzvereinbarungen des Digitalpakts Schule in Kraft getreten: ein Sofortausstattungsprogramm, damit Schulen an Kinder und Jugendliche Laptops ausleihen können, die keine eigenen Geräte nutzen können, und ein Administratoren-Programm.
 
Über den Digitalpakt Schule fließen insgesamt 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen. Bisher haben die Bundesländer einem Bericht von Zeit-Online zufolge rund 20 Prozent der Mittel abgerufen – etwa zur Installation von schuleigenem WLAN oder zur Anschaffung digitaler Tafeln, sogenannter Smartboards. Entscheiden für einen schnellen Fortschritt ist jetzt also, dass die Länder aktiv werden und die Bundesmittel auch wirklich zügig abrufen und einsetzen.




 


„Best-practice“

Mit diesem heute gebräuchlichen Begriff beschreibt man Beispiele vorbildlichen Handels und gelungene Vorhaben.
Mit einem solchen Projekt ist dieser Tage die Gemeinde Pfedelbach im baden-württembergischen Hohenlohe an die Öffentlichkeit getreten. Dem dortigen Bürgermeister Torsten Kunkel ließen die aufgetretenen Schwierigkeiten bei der Vergabe von Impfterminen keine Ruhe.

Mitarbeiter und Ehrenamtliche beim Vorbereiten der Informationsbriefe. Bürgermeister Kunkel (re) legt selbst mit Hand an.
Nachdem sich herausstellte, dass die angebotenen Verfahren zur Anmeldung bei vielen Alleinstehenden ausgerechnet bei der am höchsten gefährdeten Altersgruppe auf manchmal unüberwindbare Schwierigkeiten stießen, wurde er tätig.
In einem Schreiben an die betroffenen älteren Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde beschrieb er den Weg zur Terminvereinbarung und stellte gleichzeitig eine Service-Telefonnummer im eigenen

Rathaus als Angebot zur Verfügung, um fallweise beim Anmeldevorgang zur Impfung zu helfen. Betrieben wir diese Telefonberatung durch ehrenamtliche Helfer.
Nicht genug, auch an die manchmal sehr eingeschränkte Mobilität der Hochaltrigen wurde gedacht: Wer über Familie oder Nachbarschaftshilfe keine Möglichkeit findet zum Impftermin zu kommen, für den bemüht sich die Gemeinde um einen Fahrdienst.
Best practice! – weil hier jemand nicht auf Anordnungen oder Weisungen wartet, sondern mit den Mitarbeitern der Gemeinde selbst die Lösung findet und durchführt.
 
Im Bild:
Mitarbeiter und Ehrenamtliche beim Vorbereiten der Informationsbriefe. Bürgermeister Kunkel (re) legt selbst mit Hand an.


 

Das Hohe Alter
Was es für die Ausübung eines politischen Amtes bedeuten kann

Am 20. Januar 2021 wurde Joe R. Biden als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Sein hohes Alter steht dabei vielfach in der Diskussion. Aber erlaubt das chronologische Alter überhaupt eine Aussage für oder gegen die Ausübung eines bedeutenden politischen Amtes? Welche Faktoren spielen bei der Analyse des Alters eine Rolle? Und welche Kompetenzen sollten besonders ausgeprägt sein, um als Politikerin oder Politiker auch im hohen Alter zu überzeugen?

  • Die Wahl Joe R. Bidens zum Präsidenten der USA hat in öffentlichen Diskussionen zu der Frage geführt, ob ein 78-Jähriger ein solches Amt ausüben kann. Das hohe Lebensalter wird häufig als Argument gegen die Übertragung dieses bedeutenden Amtes auf Joe R. Biden angeführt.
  • Die Biografie Joe R. Bidens wie auch seine Auswahl der Personen für sein Kabinett lassen die Aussage zu, dass dieser Politiker mit hoher Kompetenz und hohem Verantwortungsgefühl seine Präsidentschaft gestalten wird.

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  • Bei der Analyse des Alters ist eine Differenzierung zwischen folgenden vier Dimensionen notwendig: dem körperlichen, seelischen, geistigen und sozialkulturellen Alter. In diesen Dimensionen finden sich unterschiedliche Entwicklungsverläufe im Altern. Gerade im seelischen und geistigen Bereich sind Entwicklungsmöglichkeiten (Potenziale) erkennbar, die sich als förderlich für die Wahrnehmung eines Präsidentenamtes erweisen.

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  • Die seelisch-geistige Dimension dient auch als Analysehintergrund der Entscheidungen und Handlungen von einigen politischen Entscheidungsträgern, die in den vergangenen sieben Jahrzehnten Verantwortung übernommen haben.

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  • Dabei wird auch die Kategorie des existenziellen Alters verwendet, die dazu dient, besondere, existenzielle Kompetenzen, die das Individuum bereits in früheren Lebensphasen ausgebildet hat, zu umschreiben. Diese Kompetenzen können dem Handeln junger Politikerinnen und Politiker hohe Überzeugungskraft geben.

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  • Das hohe Alter prädestiniert nicht per se für die Wahrnehmung eines politischen Amtes, wie es auch nicht per se einem solchen Amt entgegensteht. Entscheidend ist vielmehr die Frage, was das Individuum aus den Jahren „gemacht“ hat und wie es diese gestaltet hat.

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    Der Gerontologe Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Kruse geht der Frage nach, ob allein das chronologische Alter eine Aussage für oder gegen die Ausübung eines bedeutenden politischen Amtes erlaubt und führt dabei Befunde der Altersforschung an.
     

    Der Autor
    Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg. Studium der Psychologie, Philosophie, Psychopathologie und Musik. Von 1998 bis 2000 und von 2003 bis 2020 Vorsitzender der Altersberichtskommissionen der Bundesregierung. Seit 2016 Mitglied des Deutschen Ethikrates. Von 2000 bis 2002 Mitglied der vom Generalsekretär der Vereinten Nationen eingesetzten 15-köpfigen Kommission zur Erstellung des International Plan of Action on Ageing, der 2002 von der Weltversammlung der Vereinten Nationen in Madrid verabschiedet wurde.
     
    Der kostenlose Download der Studie ist möglich über https://w w w. kas. de/de/zeitgeschichte-aktuell



    Jeder vierte ältere Verunglückte war mit dem Rad unterwegs

    Die Politik sorgt sich zunehmend um die Sicherheit der Senioren im Straßenverkehr. Zwar sind die über 75-Jährigen nur unterdurchschnittlich zu 8,7 Prozent an Unfällen beteiligt - bei einem Bevölkerungsanteil von elf Prozent. Aber: Inzwischen ist fast jeder dritte Verkehrstote älter als 65 Jahre. Grund genug für die Deutsche Verkehrswacht und den ADAC, mit kostenlosen Verkehrssicherheitstagen und Tipps für Senioren gezielt gegenzusteuern. Ein Schwerpunkt: Die Hälfte aller getöteten Radfahrer ist älter als 65 Jahre alt - knapp jeder Vierte der bundesweit 52 000 im Straßenverkehr Verunglückten im Seniorenalter war 2019 mit dem Rad unterwegs. Oft auch mit elektrisch betriebenen, bis zu 25 km/h schnellen Pedelecs.

    Die Innenminister der Bundesländer setzen deshalb auf eine qualifizierte Mobilitätsberatung der Älteren. Weil Senioren laut Statistischem Bundesamt bei 75 Prozent der Unfälle als Hauptverursacher registriert werden, gibt der ADAC den Älteren einige Verhaltensregeln mit auf den Weg.
    Dabei lässt der Automobilclub nicht unerwähnt, dass sich ältere Autofahrer in der Regel durch einen defensiven Fahrstil auszeichnen und auf riskante Manöver verzichten. Aufgrund schleichender Einbußen der Seh- und Hörstärke, geringerer Beweglichkeit von Armen, Beinen und Nacken im Alter und drohender Konzentrationsmängel leiden aber oft die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit. Experten empfehlen deshalb dringend jährliche Gesundheitschecks beim Arzt.

    Angesichts des demografischen Wandels wird die Anzahl der Generation 65 plus im Straßenverkehr in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Jedes achte Unfallopfer über 65 war ein Fußgänger- aber knapp jeder zweite verunfallte Senior saß im Auto. Häufigste Unfallursachen: Missachtung der Vorfahrt und mangelnder Abstand. Bei der Auswertung der insgesamt 300 000 Unfälle 2019 mit Personenschäden machten die Verkehrsexperten eine bedenkliche Feststellung: Ältere Menschen erlitten im Durchschnitt schwerere Unfallfolgen als jüngere. Die Senioren hatten darüber hinaus auch geringere Chancen, einen Verkehrsunfall zu überleben. Vorsorge rettet also Leben.


    Wilfried Goebels