22. Juni 2018
124. Kieler Woche: Was Politik und Seefahrt miteinander verbindet
 
Zum 124. Mal feiert Kiel vom 16.-24. Juni die Kieler Woche. Mit dem Schiffshorn „Lang-kurz-kurz-lang“ eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das weltweit größte Seglerereignis im Norden Europas. Für ihn ist es der erste Besuch auf der Kieler Woche. Zuletzt nahm Joachim Gauck 2014 als Bundespräsident bei der Eröffnung teil. Schätzungsweise werden drei Millionen Gäste erwartet. Während Ministerpräsident Daniel Günther das traditionelle „Leinen los“ verkündete, wies Oberbürgermeister Ulf Kämpfer auf die Bedeutung der Kieler Woche als Fest der Völkerverständigung hin. Zu den Regatten haben sich 4.000 Sportler aus 60 Nationen angemeldet.
 
Meine Meinung
 
Ich freue mich sehr, dass Bundespräsident Steinmeier zur Kieler Woche nach Schleswig-Holstein gekommen ist. Inzwischen können wir auf 124 Jahre Kieler Woche zurücksehen. Diese Woche ist Teil unserer Tradition im Norden geworden. Mit diesem Segelereignis zeigen wir auch, dass das Meer von je her Menschen und Nationen miteinander verbunden hat. Wenn jemand weiß, wie wichtig die freie Seefahrt, der ungehinderte Handel und die positiven Errungenschaften daraus sind, dann wir: Die Schleswig-Holsteiner, im Land zwischen den Meeren.
 
Freier Handel ist kein Selbstläufer, sondern gemeinsam gestaltete Ordnung. Genau wie ein Schiff, muss auch er auf Kurs gehalten werden. Das gilt auch für unruhige Gewässer. Während die Menschen auf der Kieler Woche mit ruhiger See gesegnet sind, erleben wir in Berlin und international aufgewühlt See und rauen Wellengang. In solchen Situationen braucht es erfahrene Kapitäne und tatkräftige Mannschaften. Das gilt auch für die Politik. Will ein Kapitän auf unseren Wasserwegen navigieren, darf er nicht nur sein eigenes Schiff im Auge haben. Er muss auch auf die anderen Schiffe achten. Andernfalls erleidet er früher oder später Schiffbruch. Wie beim sicheren Navigieren auf See können die Staaten Europas nur gemeinsam, in enger Absprache erfolgreich die Herausforderungen meistern, die vor ihnen liegen. Dies gilt sowohl für das Bekenntnis zum freien Handel, als auch für die Frage gemeinsamer Grenzsicherheit.
 
Ich bin zuversichtlich, dass die CDU auch die unruhigen Gewässer unserer Tage durchqueren wird. Schwierige Gezeiten hat es in der Politik schon immer gegeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel kann hier von ihrer langjährigen europapolitischen Erfahrung profitieren. Das macht sie nach wie vor zum geeigneten Kapitän. Ja, gegenwärtig haben wir in Europa raue See. Deswegen sollten wir aber nicht die Nerven verlieren. Wer nun ruft, Grenzen schließen zu wollen und rein nationalen Lösungen in Europa den Vorzug geben will, der möchte das Schiff Deutschland dauerhaft im Hafen vertäuen. Dagegen kann ich nur sagen: Ein Schiff mag im Hafen vielleicht keinen schweren Wellen ausgesetzt sein. Aber Schiffe wurden nicht dafür gebaut, um im Hafen zu bleiben. In einer globalisierten Welt gibt es diesen Hafen nicht. Daher gilt: Deutschland gehört nicht in den nationalen Hafen, sondern nach Europa.
 
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
 
 
 
Ihr
 

Johann Wadephul

 
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