24. Mai 2018
Angela Merkel in China: Dialog mit der Supermacht des 21. Jahrhunderts
 
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am heutigen Donnerstag zu Gesprächen in China eingetroffen. Die zweitägige Reise mit Stationen in Peking und der Wirtschaftsmetropole Shenzhen ist der erste Besuch der Bundeskanzlerin in der neuen Wahlperiode. Gespräche sind sowohl mit dem chinesischen Premierminister Li Keqiang, Präsident Xi Jinping sowie führenden Vertretern aus Politik und Wirtschaft angesetzt. Neben internationalen politischen Themen wie die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran stehen auch Themen wie der Welthandel und der Handel zwischen Deutschland und China auf der Agenda.
 
 
Meine Meinung
 
China wird die Supermacht des 21. Jahrhunderts. Das ist unübersehbar und gilt gleichermaßen für die Wirtschaftskraft wie für die politische Bühne. Mit Riesenschritten ist das Land dabei, die führende Wirtschaftsmacht der Welt zu werden. Alleine im vergangenen Jahr betrug das Wirtschaftswachstum 6,9 Prozent. Der schlechteste Wert im letzten Vierteljahrhundert waren die 6,7 Prozent des Jahres 2016. Von solchen Zahlen wie im Reich der Mitte können wir im Westen nur träumen!
 
Allein diese rasante wirtschaftliche Entwicklung ist schon eine Herausforderung. Insbesondere gilt das für ein Land wie Deutschland, das sich als Exportnation auf dem Weltmarkt behaupten muss. Deshalb ist es richtig, dass Angela Merkel klare Kante zeigt und faire Handelsbedingungen einfordert. Deutsche Unternehmen müssen die gleichen Chancen auf dem chinesischen Markt haben wie umgekehrt chinesische Unternehmen bei uns.
 
Politisch bleibt der Aufstieg nicht ohne Folgen für die internationale Ordnung. Der Wandel der Weltordnung wird durch das weniger verlässliche Verhalten der USA unter ihrer derzeitigen Administration zusätzlich verkompliziert. Mit der Ankündigung von Strafzöllen, dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran oder der wenig konstruktiven Rolle in der Klimapolitik haben die Vereinigten Staaten viel von ihrer Glaubwürdigkeit als westliche Führungsnation eingebüßt. Trotz alledem: Der Westen muss handlungsfähig bleiben und international Gehör finden. Letztendlich geht es nicht alleine um unsere wirtschaftlichen Interessen, sondern auch um die Behauptung unserer Werte. Das Bekenntnis Angela Merkels und Xi Jinpings zum Multilateralismus ist vor diesem Hintergrund ein ermutigendes Zeichen. Das gleiche gilt für die Signale in Richtung eines möglichen künftigen Freihandelsabkommens. Dass der Austausch bereits im Sommer bei Regierungskonsultationen in Berlin intensiviert werden soll, ist gut. Hier wird es um weitere Themen wie die Zusammenarbeit beim Thema Cybersicherheit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit aber auch um das Thema Menschenrechte gehen.
 
Der umfassende und ambitionierte Dialog Deutschlands mit China auf Augenhöhe ist nicht zuletzt das Verdienst Angela Merkels.
 
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche und ein schönes Wochenende!
 
 
 
Ihr
 

Johann Wadephul

 
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