Berlin, 24.06.2021
einsam im Alter, das ist nicht erst seit den außerordentlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie ein Problem, das uns bedrückt und die Gesellschaft vor Herausforderungen von hoher ethischer Relevanz stellt. Insbesondere dann, wenn sich die Gefahr sozialer Isolation nach Schicksalsschlägen oder Erkrankungen verstärkt. Wir wissen schon heute, dass sich die Zahl der Älteren ab 80 Jahren bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln wird, und müssen uns darum dieser Problematik umgehend annehmen.
Wir haben im Bundesvorstand unserer Senioren-Union eigens eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dieser Thematik beschäftigt und Anregungen und Hilfestellungen erarbeitet.

Umso mehr freuen wir uns, dass jetzt von der ehrenamtlichen Hilfsorganisation der Malteser ein Projekt unter dem Motto „Miteinander-Füreinander – Kontakt und Gemeinschaft im Alter“ gestartet wurde. Damit sollen an mehr als 110 Malteser-Standorten u.a. neue Zugangswege zu älteren und hochaltrigen Menschen sowie ehrenamtliche Besuchs- und Begleitungsangebote geschaffen werden. Die Wirksamkeit dieser rd. 150 geplanten Vorhaben wird wissenschaftlich überprüft werden. Ferner soll erreicht werden, dass die Bevölkerung für das gesellschaftliche Problem der zunehmenden Einsamkeit im Alter sensibilisiert wird. Das Projekt läuft bis zum Jahr 2024 und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit insgesamt sieben Millionen Euro gefördert.


 

Am 1. Oktober, dem „Internationalen Tag der älteren Menschen“, stellt die Europäische Senioren Union dieses Jahr die Frage, wie sich die aktuelle Pandemie auf ältere Menschen ausgewirkt hat und wie diese während der Krise behandelt, beachtet und vertreten wurden. Gerade wir, als Seniorinnen und Senioren in der CDU, werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, sondern nachdrücklich und aktiv für eine menschliche, solidarische und gleichberechtigte Teilhabe der Älteren an der Gesellschaft eintreten.
 
Es bleibt dabei: Die ältere Generation mit Erfahrung, Wissen und Tatkraft ist Gewinn und Nutzen für das Gemeinwesen.


 
Ihr
 

Prof. Dr. Otto Wulff
 

Von der Leyen: Den Wandel in Europa gestalten
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in ihrer ersten Rede zur Lage der EU vorgeschlagen, die Treibhausgas- emissionen der Europäischen Union bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken, verglichen mit dem Referenzjahr 1990. Das aktuell vereinbarte Ziel sieht bisher eine Senkung um 40 Prozent vor.
 
Die Anpassung auf „mindestens 55 Prozent“ soll helfen, die Ziele des Pariser Klimaschutz- abkommens zu erreichen und die gefährliche Überhitzung der Erde zu stoppen. Dieser Vorschlag der Kommissionspräsidentin wird in den nächsten Wochen noch mit dem EU-Parlament und den EU-Staaten diskutiert werden.

Diesem neuen Ziel müssen große Anstrengungen im Klimaschutzfolgen. Geschafft wurden in den 29 Jahren von 1990 bis 2019 nach Angaben der EU-Kommission rund 25 Prozent Minderung. Für das neue Ziel bleiben weniger als zehn Jahre. „Der europäische Green Deal ist unsere Blaupause für diese Veränderung“, betonte von der Leyen. Für die nötigen Investitionen solle das Corona-Wiederaufbauprogramm (Next Generation EU) in Höhe von 750 Milliarden Euro genutzt werden. 30 Prozent dieser Summe, die die EU über gemeinsame Schulden finanzieren will, sollen aus „grünen Anleihen“ beschafft werden, kündigte die Kommissionschefin an.


 
Europäische Gesundheitspolitik
 

Mit Blick auf die Corona-Krise hat von der Leyen mehr Macht und mehr Geld für die Europäische Union in Gesundheitsfragen gefordert. „Für mich liegt klar auf der Hand: Wir müssen eine stärkere Europäische Gesundheitsunion schaffen, es ist Zeit“, betonte sie. Konkret schlug die Kommissionschefin eine neue EU-Agentur für biomedizinische Forschung und Entwicklung vor. Zudem drängte sie das Europaparlament, mehr Mittel für das Gesundheitsprogramm „EU4Health“ auszuhandeln. Grundsätzlich müsse man über die Zuständigkeiten in Sachen Gesundheit sprechen. Das sei eine lohnende und dringende Aufgabe für die geplante Konferenz über die Zukunft Europas. Darüber hinaus sei dafür zu sorgen, dass die EU für künftige Krisen besser gewappnet sei und auf grenzübergreifende Gesundheitsgefahren reagieren könne. Von der Leyen würdigte erneut die Leistungen vor allem von Ärzten und Pflegern in der Corona-Krise und bekräftigte, dass Europa nach anfänglichem Egoismus den Wert der Gemeinsamkeiten wiederentdeckt habe.


 
 

Forderung nach Sturzprävention
Jeder dritte über 65-Jährige stürzt einmal pro Jahr
Im Alter kann schon ein banaler Sturz zum Bruch oder einer Kopfverletzung führen. Nach Angaben des Robert-Bosch-Instituts in Stuttgart stürzt jeder dritte der über 65-Jährigen mindestens einmal pro Jahr - sogar jeder zweite der über 90-Jährigen. Deshalb fordert der Chefarzt der Orthopädie an der Asklepios Klinik Altona, Prof. Lars Gerhard Großterlinden, dass die Krankenkassen mehr in die Sturzvorbeugung, in Physiotherapie und Trainings- programme zur besseren Koordination der Senioren investieren. Das sei am Ende zudem günstiger als teure Operationen und Rehas.

Was empfehlen Experten zur Prophylaxe? Weil die Knochen oft durch das Grundübel Osteoporose geschwächt sind, rät Großterlinden zur Stärkung durch Vitamin D. Die deutsche Seniorenliga empfiehlt zum Schutz vor Stürzen neben ausreichender Beleuchtung, rutschfesten Matten in der Dusche und der Suche nach versteckten Stolperfallen - etwa Teppiche - einen stabilen Wohnungsrollator: Der ist schmaler, hat kleine Räder und einen engen Wendekreis. Gleichzeitig raten Mediziner zu klären, ob Medikamente die Sturzgefahr erhöhen. Schließlich stürzen Senioren nicht selten aufgrund von Schwindel und Gleichgewichtsproblemen.
 
Im münsterländischen Metelen erarbeitet die Gemeinde gerade mit der Fachhochschule Münster ein Konzept, wie Menschen, die von Stürzen im häuslichen Bereich betroffen sein könnten, gezielt geholfen werden kann. Um Senioren die Angst vor dem Sturz zu nehmen, wird in Interviews erfragt, welche Hilfen im Fall des Falles geeignet wären. Das „Sturzmanagement“ zeigt bereits erste Folgen: Die solide ausgebildete, bürgerschaftliche Gruppe „Sanitäter vor Ort“ leistet neben den Profis des Rettungsdienstes schnelle Hilfe, wenn hilflose Personen nach einem Sturz in der eigenen Wohnung nicht mehr selbst auf die Beine kommen. Außerdem werden Infotermine zu Hausnotrufsystemen organisiert oder Bewegungstrainings in Alterssituationen angeboten.


 
Wilfried Goebels
 

30 Jahre Deutsche Einheit
Am kommenden Samstag feiern wir 30 Jahre Deutsche Einheit. Als die Menschen in der ehemaligen DDR am 17. Juni 1953 auf die Straßen gingen, um für Freiheit und Wiedervereinigung zu demonstrieren, antwortete das sozialistische SED-Regime mit Gewalt: Panzer rollten auf, der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen.
Es folgten weitere 36 Jahre deutscher Teilung. Die CDU hat sich in all den Jahren dafür eingesetzt, den Traum von der Wiedervereinigung möglich zu machen.

Schon bei der Trauerfeier für die Opfer des niedergeschlagenen Volksaufstandes sagte der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer: „Wir werden nicht ruhen und wir werden nicht rasten – diesen Schwur lege ich ab für das gesamte deutsche Volk – bis ganz Deutschland wieder vereint ist in Frieden und Freiheit.“ Am 3. Oktober 1990 war es so weit: Nach 40 Jahren bitterer Teilung war Deutschland wieder vereint. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl konnten wir den Schwur einlösen, den Konrad Adenauer 1953 abgelegt hatte. Daran erinnern wir in den kommenden Tagen.

 

Vorsicht bei Parteitagen

Die Senioren-Union der CDU mahnt mit Blick auf die unsichere Pandemie-Entwicklung zur Vorsicht bei der Durchführung des für den Dezember 2020 geplanten CDU-Bundesparteitags in Stuttgart.
Eine Präsenzveranstaltung zur Wahl des neuen Bundesvorsitzenden ist zwar im Grundsatz immer einer digitalen Abstimmung vorzuziehen“. Es stellt sich aber die Frage, was passiert, wenn die Infektionswelle anhält oder sich gar wieder verstärkt? Unsere Antwort: Der Schutz der Gesundheit der Delegierten muss absoluten Vorrang genießen.
Die Senioren-Union will erreichen, dass mit Änderung des Parteienrechts und der CDU-Satzung zukünftig Möglichkeiten auch für digitale Abstimmungen geschaffen werden.


 

Erinnernswert
Vor 65 Jahren: Freiheit für die letzten Kriegsgefangenen
Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Bundeskanzler Konrad Adenauer nach seiner Rückkehr aus Moskau am 14. September 1955 auf dem Flughafen Köln/Bonn
Die Senioren-Union der CDU erinnert in Dankbarkeit und Anerkennung an die Befreiung der letzten deutschen Kriegsgefangenen in Russland. Konrad Adenauer hat es auf seiner Moskaureise im September 1955 durch Nervenstärke und kluge politische Strategie geschafft, dass fast 10 000 deutsche Kriegsgefangene in ihre Heimat zurückkehren konnten.

Der damalige Kanzler war auf Einladung der sowjetischen Regierung vom 8. bis 14.September 1955 nach Moskau gereist. Geplant war die Aufnahme diplomatischer Beziehungen nach der Beendigung des Besatzungsstatuts, ohne das Ziel der Wiedervereinigung aufzugeben. Dabei wollte Adenauer weder an den Westverträgen rütteln lassen, noch sollte eine Aufnahme diplomatischer Beziehungen zugestimmt werden, ohne die Rückkehr der Kriegsgefangenen durchzusetzen. Geschickt übernahm Adenauer die Verhandlungsführung, wobei er nicht auf unerreichbaren Forderungen wie einer schnellen Wiedervereinigung beharrte. Aber Adenauer legte mit dem klugen Vorgehen die Grundlagen für die spätere deutsche Einheit.


 

Senioren-Union will Schnelltests in Senioren- und Pflegeheimen

Angesichts der wieder stark steigenden Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus warnt die Senioren-Union erneut vor den besonderen Gefahren für die Risikogruppe der Älteren. „Mich beunruhigen die steigenden Fallzahlen bei jungen Menschen“, erklärte der Bundesvorsitzende der Senioren-Union der CDU, Prof. Dr. Otto Wulff. „Sehr viele so infizierte jungen Leute haben auch Kontakte zu Älteren, die dann gegebenenfalls im Krankenhaus behandelt werden müssen. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) warnte, dass bei einer vermehrten Infektion älterer Menschen mit einem Wiederanstieg von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen gerechnet werden müsse.
 
Um bei einem weiteren Ansteigen der Fallzahlen erneute Einschränkungen in Alten- und Pflegeheimen zu verhindern, fordert die Senioren-Union in den Zugangsbereichen der Einrichtungen zuverlässige Antigen-Schnelltests. „Bei diesen Tests gibt es das Resultat nach wenigen Minuten“, sagte Wulff. „Bei den aufwändigeren PCR-Labortests dauert es dagegen einige Tage, bis ein Ergebnis vorliegt.“ Zwar seien die Schnelltests nicht so sicher wie die PCR-Tests, im Zweifelsfall könne aber ein Anschlusstest Klarheit schaffen.
Wulff sieht sich dabei auf der Linie des Berliner Virologen Christian Drosten, der sich ebenfalls für Schnelltests in Pflegeheimen ausspricht.
 
Der Chef der CDU-Senioren bezeichnete es ferner als „nicht zumutbar“ für ältere Heimbewohner, falls bei einem erneuten Hochschnellen der Infektionszahlen die Türen der Seniorenheime für Besucher wieder verschlossen blieben. „Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, dass die Älteren in den Pflegeheimen ihre Angehörigen weiter sehen und treffen können.“


 
 
 

Klimaschutz
Der Klimawandel geht uns alle an! Im Interview mit dem Deutschlandfunk macht Wirtschaftsminister Peter Altmaier klar: Wirtschafts- und Klimapolitik gehören zusammen. Deutschland und Europa brauchen eine starke Wirtschaft, die auf saubere Energien setzt. Wichtig dabei: „Wenn die Europäische Union gemeinsam entscheidet, ehrgeizigere Ziele beim Klimaschutz zu verfolgen, dann müssen wir auch ehrgeiziger beim Ausbau der erneuerbaren Energien werden.“ Deutschland könne und werde dabei vorangehen.
 

Die Biografie eines großen Europäers
Die beiden Geschichtswissenschaftler Michael Gehler und Marcus Gonschor liefern eine fundierte Biografie des langjährigen Europapolitikers und ehemaligen Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Gert Pöttering. Sie zeichnen Pötterings Lebenslauf und politische Entwicklung nach und würdigen seine maßgebliche Rolle beim Aufbau parlamentarischer Strukturen in der EU. Gehler und Gonschor schreiben damit zugleich ein wichtiges Stück christdemokratischer, bundesrepublikanischer Geschichte.
 
Verlag Herder
864 Seiten
ISBN: 978-3-451-38982-5
 
 
 
 
 

In eigener Sache
Die neue Ausgabe unseres Mitgliedermagazins Alt&Jung ist online https://w w w. senioren-union. de/artikel/ausgabe-32020-alt-jung und unterwegs per Post zu unseren Mitgliedern.
Eine Fülle interessanter Informationen und Beiträge erwartet Sie. Mit dabei die frühere Familienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr, Ministerin Julia Klöckner, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und NRW-Innenminister Herbert Reul.
Die Länderbeilage berichtet aus den Landesverbänden.
 
 
Arbeitsgruppen zu aktuellen Themen
Die vom Bundesvorstand der Senioren-Union gebildeten Arbeitsgruppen haben erste Ergebnisse ihre Beratungen vorgelegt. Zu folgenden Themengruppen werden Positionsbestimmungen der Senioren-Union erarbeitet:
 
  • Energiewende, Klimapolitik
  • Gesundheitsvorsorge, Pflege, Arzneimittelversorgung
  • Einsamkeit im Alter, Altersdiskriminierung, Altersdepressionen
  • Wertewandel
  • Europa
  • Sicherheit im Alter
  • Rente, Mütterrente
  • Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt-Land