23. März 2018
Datensicherheit und Digitalisierung müssen Hand in Hand gehen
 
Facebook steht seit einigen Tagen unter erheblicher Kritik. Am vergangenen Wochenende ist bekannt geworden, dass die britische Analysefirma Cambridge Analytica auf unzulässige Weise Informationen von 50 Millionen Nutzern von dem sozialen Netzwerk beschafft haben soll. Die gewonnenen Informationen könnten im amerikanischen Wahlkampf verwendet worden sein. Bislang ist unklar, ob auch Informationen von deutschen Usern abgegriffen worden sind. Der digitalpolitische Sprecher der Unionsfraktion Thomas Jarzombek (CDU) fordert, dass Facebook „umfassend aufklären“ müsse. Nutzer müssen über die Weitergabe ihrer Informationen an Dritte entscheiden können, so Jarzombek.
 
Die Europäische Union hat 2016 die neue Datenschutzgrundverordnung beschlossen, die nach zweijähriger Übergangsfrist ab 25. Mai 2018 auch in Deutschland geltendes Recht darstellen wird. Nach der neuen Regelung können bei Datenrechtsverstößen nun Bußgelder in Millionenhöhe verhängt werden. Neu ist außerdem, dass künftig nicht mehr der Firmensitz darüber entscheidet, welches Datenschutzrecht für die jeweilige Firma greift.
 
Die Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär (CSU) hat mit Blick auf den aktuellen Datenskandal Facebook vor einem Vertrauensverlust gewarnt. Laut Bär, müsse Facebook „endlich realisieren, dass sein wichtiges Kapital nicht die Werbeeinnahmen sind, sondern das Vertrauen der Nutzer“.
 
 
Meine Meinung
 
Die Digitalisierung wird unsere Zukunft sein, daran führt kein Weg vorbei. Der aktuelle Skandal zeigt uns aber auch deutlich, wo die Herausforderungen und Risiken der Digitalisierung liegen. Wir produzieren im Internet und in sozialen Medien immer mehr Daten. Das setzt voraus, dass Sicherheit und Transparenz herrschen, wie damit umgegangen wird. Man muss erkennen und entscheiden können, was mit den eigenen persönlichen Daten geschieht. Facebook und Co. tragen die Verantwortung dafür, was auf ihren Plattformen vor sich geht und wie die Daten verwendet werden. Ein Nutzer auf Facebook darf nicht befürchten, dass seine Daten an zwielichtige Firmen weitergegeben werden, nur deshalb, weil er auf Facebook aktiv ist.
 
Deswegen finde ich es richtig und gut, dass ab dem 25. Mai mit der EU-Datenschutzverordnung ein einheitlicher Datenschutz in Europa greift. Diese sieht deutlich höhere Geldbußen bei Verstößen gegen den Datenschutz vor. Nach bisherigem Datenschutzrecht waren bei Verstößen bis zu 300.000 festgelegt. Bußgelder können ab Mai nun mit bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des globalen Jahresumsatzes erhoben werden.
 
Damit haben wir, wie bereits Dorothee Bär richtig angemerkt hat, „einen längeren Hebel“ für den Datenschutz in der Hand. Dieser Hebel wird auch deutschen Kontrollbehörden helfen. Viele Regelungen orientierten sich dabei am deutschen Datenschutzrecht. Positive Neuerung ist, dass künftig nicht mehr der Firmensitz darüber entscheidet, welches Datenschutzrecht gilt. Verweise auf Firmenzentralen in anderen Ländern greifen dann nicht mehr.
 
Ich empfinde das als eine sehr gute Entwicklung. Nutzer in Deutschland und Europa brauchen Datensicherheit, um die Vorteile der Digitalisierung nutzen zu können. Für einen digitalen Binnenmarkt ist es dann aber auch wichtig, dass die EU-Mitgliedsstaaten den einheitlichen Datenschutz konsequent durchsetzen.
 
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
 
Ihr
 

Johann Wadephul

 
 
 
 
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