02. März 2018
Freier Welthandel ist wichtig für Deutschland - und den Westen
 
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump hat am gestrigen Donnerstag angekündigt, den Import von Stahl und Aluminium mit Strafzöllen von 25 beziehungsweise 10 Prozent zu belegen. Die Details der Maßnahme werden für die kommende Woche erwartet. Bereits im Januar hatte Donald Trump Strafzölle auf den Import mehrerer Produkte wie Waschmaschinen, Solarpaneele und Flugzeuge verhängt.
 
Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, lehnte die Ankündigung ab. Man wolle „nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden“, so Juncker. Kritische Töne kamen auch aus Kreisen der Wirtschaft. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, prognostizierte mit Blick auf die Folgen: „Trump kritisiert weltweite Handelskonflikte und eine Spirale des Protektionismus, die am Ende auch amerikanische Jobs kosten werden.“
 
 
Meine Meinung
 
Deutschland hat wie kaum ein zweites Land Interesse an freiem Welthandel. Unsere Exportüberschüsse lagen im vergangenen Jahr bei fast 250 Milliarden Euro. Ähnlich war es in den beiden Jahren davor. Das zeigt, wie erfolgreich wir mit unseren hochwertigen Produkten „made in Germany“ weltweit sind. Unzählige, gerade auch mittelständische Unternehmen in Deutschland und auch in Rendsburg-Eckernförde sind sogenannte „hidden champions“ auf dem Weltmarkt. Sie haben sich auf Nischenprodukte spezialisiert, die sie besser als alle anderen Produzenten anbieten können. Umso wichtiger ist freier Welthandel, denn der freie Strom der Waren schafft letztendlich Wertschöpfung, Wohlstand und Beschäftigung gerade bei unseren heimischen Betrieben in Deutschland. Die derzeitige protektionistische „America-First-Politik“ des Weißen Hauses und die Aussicht auf einen sogenannten Handelskrieg sind daher außerordentlich beunruhigend.
 
Wichtig ist jetzt eine klare Reaktion von europäischer Seite. Bei aller Entschlossenheit müssen dabei die Regeln der Welthandelsorganisationen beachtet werden. Wir sollten jetzt nicht von europäischer Seite auch noch anfangen, internationale Regeln unglaubwürdig zu machen. Überzogene Strafaktionen sind gerade nicht im Geiste des freien Handels und nicht im langfristigen Interesse Deutschlands.
 
Schließlich dürfen wir bei aller Verärgerung das langfristige Ziel nicht aus den Augen verlieren. Wir brauchen eine Festigung und Vertiefung der transatlantischen Werte- und Interessengemeinschaft. Dafür brauchen wir einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Genau diese Idee stand vor über 60 Jahren am Beginn der Einigung Europas. Mittlerweile ist die Welt zusammengerückt und der Westen steht vor neuen Herausforderungen. Insbesondere China ist auf dem Weg zur größten Wirtschaftsmacht der Erde. Der asiatische Raum entwickelt sich gerade zum globalen Kraftzentrum des 21. Jahrhunderts. Gerade für den Erfolg der chinesischen Wirtschaft ist ein besonderer Faktor entscheidend: Ein gigantischer, nach innen hin offener Binnenmarkt mit fast 1400 Millionen Menschen.
 
Etwas Vergleichbares können wir im Westen nur schaffen, wenn wir uns zusammentun und Freihandel zwischen Europa und Nord- sowie Südamerika ermöglichen. Das muss unser Ziel bleiben, damit sich der Westen behaupten kann.
 
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
 
Ihr
 

Johann Wadephul

 
 
 
 
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