10. November 2017
Klimaschutz hat allerhöchste Priorität
 
Am Montag dieser Woche hat in Bonn die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen begonnen. Es ist die größte multilaterale Konferenz der Welt. Vor zwei Jahren einigten sich die Staaten auf das Pariser Klimaabkommen. Darin wurde vereinbart, den Ausstoß von Kohlendioxid und damit die globale Erderwärmung zu begrenzen und klimafreundliche Energieträger zu fördern. Kohlendioxid entsteht durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Öl, Gas oder Kohle. Inzwischen stellen sich alle Staaten der Welt mit Ausnahme der Regierung der USA hinter die Klimaschutzziele.
 
Bei der jährlichen Weltklimakonferenz, die diesmal in Deutschland stattfindet, geht es darum, Bilanz zu ziehen und die Maßnahmen weiter aufeinander abzustimmen. Weltweit muss die Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien vorangetrieben werden, aber auch die Erforschung und Herstellung emissionsfreier Fahrzeuge oder der Ausbau von Schienenverbindungen. An der Verursachung des Klimawandels sind die Industriestaaten stärker beteiligt als die Entwicklungsländer. Die Entwicklungsländer tragen aber oft die Hauptlast des Klimawandels, weil sich gerade dort Wüsten ausbreiten oder Überschwemmungen häufen. Deshalb wird ein Anpassungsfonds eingerichtet, um die Lasten fair zu verteilen. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, gab zu Beginn der Konferenz bekannt, die Bundesregierung werde in diesen Fond 100 Millionen Euro zugunsten der ärmeren Länder geben.
 
 
Meine Meinung:
 
Der Schutz unseres Klimas und unserer Umwelt ist von allen Herausforderungen unserer Zeit wohl die größte. Eine durch Menschen gemachte Erderwärmung begann mit der industriellen Revolution. Sie ist schon heute spürbar. Es geht darum, diesen Prozess zu begrenzen. Deutschland geht mit dem Ausbau erneuerbarer Energien zwar mit gutem Beispiel voran, aber auch alle anderen Länder müssen ihre Hausaufgaben machen. Ein weltweites Problembewusstsein ist nach meiner Einschätzung erkennbar. Alle Länder stehen hinter dem Abkommen. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will sich zwar zurückziehen, aber auch dort haben viele Bundesstaaten eine andere Meinung und erneuerbare Energien sind zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Diese Entwicklung ist unumkehrbar.
 
Dennoch müssen wir eingestehen, dass auch Deutschland seine bis 2020 gesetzten Klimaschutzziele nicht ganz erreichen wird. Bis dahin soll der Ausstoß an Kohlendioxid gegenüber 1990 um 40 Prozent gesenkt werden. Derzeit liegen wir bei etwa 32 Prozent. Wir sind also alle gefordert, uns noch mehr zu engagieren. Dabei fordern manche den sofortigen Ausstieg aus der Kohleverstromung, andere ein schnelles Verbot des Verbrennungsmotors.
 
Für die CDU ist die Bewahrung der Schöpfung ganz wichtig. Deshalb liegt uns der Klimaschutz am Herzen. Gerade unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als frühere Umweltministerin am ersten Weltklimapakt mitgewirkt. Dennoch sehe ich in radikalen Verboten keine Lösung. Unsere Unternehmen brauchen Energie und die Menschen brauchen Mobilität. Natürlich wollen alle Klimaschutz, aber niemand will auf seinen Urlaub verzichten, seine Heizung abschalten und wieder zu Fuß laufen. Deshalb ist Wettbewerb besser als Verbote. Es ist bei den Sondierungsgesprächen für eine mögliche Jamaika-Koalition gut, dass auch die Grünen das erkannt haben. Die CDU setzt auf Forschung und Anreizsysteme für erneuerbare Energie und neue Antriebssysteme. Schaffen wir damit immer neue Arbeitsplätze und Wohlstand, setzt sich das Richtige auch ohne Verbote durch.
 
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
 
 
Ihr

Johann Wadephul

 
 
 
 
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