13. Oktober 2017
Lufthansa kauft Teile von Air Berlin
 
Die Lufthansa hat sich mit der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin über den Verkauf von Teilen des Unternehmens geeinigt. Die Lufthansa-Gruppe übernimmt künftig die Air-Berlin-Tochtergesellschaft Walter (LGW) und die österreichische Fluggesellschaft Nikki. Insgesamt will die Lufthansa 81 Flugzeuge, sowie 3.000 Arbeitsplätze sichern, die unter anderem bei der Lufthansa-Tochter Eurowings angestellt werden sollen. Der Lufthansa-Aufsichtsrat soll dem Vorstand dafür 1,5 Milliarden Euro freigegeben haben.
 
Air Berlin ist am 12. August die Insolvenz gegangen und führte seit dem 25. September Gespräche mit der Lufthansa. Die EU-Kommission muss die Transaktion noch final bestätigen, außerdem muss die europäische Kartellbehörde zustimmen. Dabei soll geprüft werden, ob Lufthansa und Eurowings auf wichtigen Einzelstrecken zu hohe Marktanteile besitzen. Der Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst (CDU) begrüßt es, dass die Lufthansa ihr Engagement deutlich ausbaut.
 
 
Meine Meinung:
 
Grundsätzlich begrüße ich, dass die Lufthansa Teile von Air Berlin übernimmt. So können Arbeitsplätze gesichert werden, die durch die Insolvenz in Gefahr geraten waren. Der Überbrückungskredit der Bundesregierung von 150 Millionen Euro hat wesentlich dazu beigetragen. Der Zukauf von Flugzeugen und Linienverbindungen stärkt Lufthansa auf ihrem Heimatmarkt. Dort hat in den vergangenen Jahren die Konkurrenz an europäischen Billigfluglinien sowie außereuropäischen Premiummarken zugenommen. Auch die Lufthansa-Tochtergesellschaft Eurowings wird von dem aktuellen Geschäft profitieren, um sich gegen eine steigende innereuropäische Konkurrenz wie Ryanair oder Easyjet durchzusetzen.
 
Diese Konkurrenzentwicklung wird sich nicht aufhalten lassen. Daher ist eine starke Lufthansa zugleich auch ein Zeichen für den internationalen Verkehrsstandort Deutschland. Gerade arabische Fluglinien sind in den vergangenen Jahren verstärkt am Markt gewachsen. Sie erhalten staatliche Protektion, wie sie nach deutschem und europäischem Kartellrecht bei uns unzulässig wäre. Die Ticketpreise bei Flugverbindungen auf bestimmten Strecken sollen auch weiterhin durch einen fairen Wettbewerb gekennzeichnet sein. Deswegen braucht es nun klare Auflagen durch die Kartellwächter. Das gilt insbesondere bei Flugverbindungen, die stark von Lufthansa angeflogen werden.
 
Daher ist die Überprüfung durch die EU-Kommission wichtiger Bestandteil einer solchen Übernahme. Auf diese Weise wird garantiert, dass Deutschland als Luftverkehrsstandort weiter gestärkt wird. Um dies weiterhin zu gewährleisten, müssen wir in der kommenden Legislaturperiode gründlich darüber nachdenken, die Luftverkehrssteuer abzuschaffen und das Problem der hohen Luftsicherheitsgebühren in den Blick zu nehmen.
 
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
 
 
Ihr

Johann Wadephul

 
 
 
 
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