24. Mai 2017
Evangelischer Kirchentag in Berlin: Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen
An diesem Wochenende findet in Berlin und in der Lutherstadt Wittenberg der Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Als Gäste werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama erwartet. Sie werden auf dem Kirchentag gemeinsam das Thema „Engagiert Demokratie gestalten: Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen“ diskutieren. Die Losung des Kirchentages lautet: „Du siehst mich“. Sie bezieht sich auf das 1. Buch Mose, 16,13. Dort wird die Flucht einer jungen Frau, Hagar, beschrieben, der Unrecht geschehen ist. Gott sieht ihre Situation und gibt ihr Rat. Hagar schöpft Kraft daraus, denn sie fühlt sich wahrgenommen und beachtet.
 
Der Kirchentag steht auch im Zeichen des 500. Jahrestages der Reformation in Deutschland. Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen an eine Wittenberger Kirche und löste damit eine Bewegung aus, die das Christentum grundlegend reformierte. Die Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au zieht daraus Schlüsse für die Gegenwart. Reformation sei Veränderung und bezogen auf unsere heutige Zeit stelle sich die Frage: „Wie brechen wir heute auf, mutig, kreativ und mit Kraft, um Herausforderungen von Klimawandel, Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Friedenskrise zu begegnen?“
 
Meine Meinung
 
Ich werde selbst am Evangelischen Kirchentag teilnehmen. Als Christ und als Protestant tue ich dies gern. „Du siehst mich“ ist zudem eine ganz wichtige Botschaft in unserer Zeit. Wieder einmal haben Terroristen, vermutlich der sogenannte „Islamische Staat“, es geschafft, uns sprachlos zu machen. In Manchester sterben über 20 Menschen, darunter Kinder, bei einem Selbstmordanschlag. Der Anschlag entsetzt uns. Und dennoch dürfen wir uns nicht verkriechen. Es ist wichtig, sichtbar zu bleiben.
 
Deshalb freue ich mich, dass Barack Obama der Einladung nach Berlin gefolgt ist und beim Kirchentag mit Angela Merkel zusammen diskutiert. Engagiert Demokratie gestalten und Verantwortung übernehmen! Ich denke, dass ist die richtige Antwort. Der Kirchentag ist aber zuerst eine christliche Veranstaltung. Es sind christliche Werte, die unsere Welt in Europa und Amerika geprägt haben. Aus ihnen ist unsere westliche Zivilisation entstanden. Sie ermöglichten Demokratie, wie wir sie kennen. Wir empfinden Respekt vor Andersgläubigen, weil die Achtung vor der Würde des Menschen Grundlage unserer Verfassung und des Christentums ist.
 
Das war aber nicht immer so. Ebenso wie radikale Teile des Islams haben sich Teile des Christentums auf der Suche nach dem „wahren Glauben“ über Jahrhunderte zu Hass und Gewalt verführen lassen. Daher ist es falsch, sich über den Islam zu erheben. In dieser Woche findet auch die Konferenz „Friedensverantwortung der Religionen“ im Auswärtigen Amt statt. Christen, Juden und Muslime diskutieren über Wege aus der Gewalt. Das ist eine schöne Ergänzung zum Kirchentag. „Du siehst mich“ setzt eine offene Gesellschaft voraus. Sichtbar zu bleiben ist in der Demokratie um ein vielfaches leichter als in anderen Gesellschaftsmodellen. Deshalb diskutieren Christen in diesen Tagen in Berlin über die Ursachen von Gewalt, Unrecht und Populismus, aber auch über Lösungen. Ich bin gespannt, welche Ergebnisse der Kirchentag bringen wird.
 
Ich wünsche Ihnen einen schönen Feiertag und ein schönes Wochenende!
 
Ihr

Johann Wadephul

 
 
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