27. Januar 2017
Unsere Wirtschaft braucht freien Handel
 
„Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer sehr guten Verfassung.“ Das ist die Kernaussage des Jahreswirtschaftsberichtes 2016, den die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag in dieser Woche vorgestellt hat. Mit 43,5 Millionen Beschäftigten erreichte die Zahl der Erwerbstätigen im letzten Jahr einen neuen Höchststand. Seit dem Amtsantritt von Angela Merkel als Bundeskanzlerin sind 2005 4 Millionen neue Jobs entstanden. Für 2017 werden noch einmal zusätzlich 320.000 Arbeitsplätze hinzukommen. Das wirkt sich auch auf die Arbeitslosenquote aus, die mit 6 Prozent den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreichte. Für das neue Jahr rechnet die Bundesregierung mit einer weiteren Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,4 Prozent. Dazu tragen auch öffentliche Investitionen in die Infrastruktur und eine solide Finanzpolitik bei. Der Bund nimmt seit 4 Jahren keine neuen Schulden auf. Zugleich wird betont, dass der Erfolg unserer Wirtschaft von freiem Handel abhängt. Viele unserer Jobs entstehen durch Export. Deshalb ist Freihandel für Deutschland wichtig.
 
Meine Meinung
 
Die optimistische Prognose für unsere Wirtschaft ist kein Zufall. In einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise haben Angela Merkel und die CDU am Konzept der sozialen Marktwirtschaft festgehalten. Wir haben uns eben nicht nur auf die Rettung von Banken oder Hilfen für andere EU-Staaten konzentriert. Wir geben zugleich mehr Geld für Forschung und die Infrastruktur aus. Geraten Menschen bei uns in Arbeitslosigkeit oder sie werden krank, können sie sich auf den Sozialstaat verlassen. Mehr als jeden zweiten Euro gibt der Bund für Sozialleistungen aus.
 
Das ist in anderen Ländern nicht so. Die fehlende Absicherung durch den Sozialstaat hat während der Finanzkrise unter anderem zu jener Frustration geführt, die einen Präsidenten wie Donald Trump möglich machte. Bei uns war es vor allem die Flüchtlingskrise, die Radikale und Rechtspopulisten stärkte. In den USA gibt es diese Sorge auch. Trump will eine Mauer bauen, um illegale Einwanderer aus Mexiko abzuhalten. Angst vor Fremden und Abgrenzung ist aber nicht die Ursache der Frustration. Es steckt vielmehr die Sorge dahinter, dass wir die Globalisierung und Digitalisierung nicht mehr gestalten können. Deshalb konnte der Freihandelsgegner Donald Trump mit Abschottung Wahlen gewinnen: Kauft amerikanische Produkte, schafft amerikanische Arbeitsplätze und lasst uns die Mauer zu Mexiko bauen.
 
Aber er irrt! Sein Wunsch nach Strafzöllen für deutsche Autos wird Amerika langfristig schaden. Für Deutschland und für die EU sind die USA der wichtigste Handelspartner. Gemeinsam erwirtschaften wir 50 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und ein Drittel des Welthandels. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Deshalb brauchen wir Rohstoffe aus anderen Ländern. Aber wir sind ein Hochtechnologie- und ein Erfinderland. Deshalb verkaufen wir weltweit gute Produkte. Jedes Land hat Vorzüge und Nachteile, die es durch Handel ausgleichen kann. Wenn Amerika sich einmauert, werden Deutschland und die EU neue Handelspartner finden. China, Japan und Südostasien, aber auch Afrika stehen dazu bereit. Ich möchte den Menschen sagen: Globalisierung ist etwas positives, wenn alle dabei Chancen haben. Wir brauchen keinen Nationalismus mit Mauerbau, sondern eine gerechte Weltordnung.
 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
 
Ihr

Johann Wadephul
 
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